
ich bin 'ne ganz andere Sorte Cop“
-Vic Mackey
Politisch fragwürdig, stilistisch und inhaltlich höchst innovativ. Die Polizeiserie The Shield gehört zum Besten, was amerikanisches Fernsehen momentan zu bieten hat.
The Shield läuft in den USA seit dem Jahr 2002 auf dem Kabelsender FX und ging Mitte des Jahres in die siebte und letzte Staffel. In Deutschland lief ein Teil der ersten Staffel auf Pro7 und Kabeleins, doch aufgrund schlechter Einschaltquoten wurde die Serie schnell wieder abgesetzt. Momentan läuft die fünfte Staffel auf dem PayTV Sender AXN, welcher hierzulande Bestandteil des Premiere Abonnement ist.
Inhaltlich geht es um die realistische Darstellung alltäglicher polizeilicher Arbeit im fiktiven LosAngeles Bezirk Farmington. Besonderes Augenmerk wird auf die Geschichten um Detective VicMackey und dessen Spezialeinheit Strike Team, welches sich um Drogen- und Gangkriminalität kümmert, gelegt. Es wird fast ausschließlich mit Handkamera gedreht, um dem Zuschauer das Gefühl zu geben hautnah dabei zu sein.
Aber auch die bekannten Konventionen vergleichbarer Polizeiserien sucht man in The Shieldvergeblich. Ein Storyablauf à la CSI & Co. (Mord geschieht, Polizei ermittelt, Täter wird gefasst) existiert in The Shield nicht in dieser linearen Form. Oftmals ziehen sich Ermittlungen über mehrere Folgen oder ungelöste Fälle tauchen später erneut auf und schließen den Kreis. SelbstHandlungstränge die vier Staffeln zurückliegen werden erneut aufgerollt, beispielsweise als die Dienstaufsicht gegen das Strike Team ermittelt, welches einen Überfall auf die armenische Mafia begangen hat. The Shield wirkt insgesamt eher wie ein sehr langer Film, als wie eine Serie. Trotz diesem Zusammenhang der einzelnen Episoden fällt es dem Zuschauer nicht besonders schwer in die Serie hineinzufinden.
Das Privatleben der Protagonisten wird teilweise sehr detailliert geschildert womit die einzelnen Charaktere eine besondere Tiefe entwickeln. So werden beispielsweise die Auswirkungen der Arbeit auf die Polizisten, deren Verhaltensformen und Persönlichkeiten geschildert, wodurch die Serie starke dramatische Züge annimmt.

Generell macht The Shield einen sehr realistischen Eindruck, da die Grenze zwischen Gut und Böse verwischt. Es gibt nicht die typischen Helden, die immer nur moralisch gut handeln und sich nie etwas zu Schulden kommen lassen. So ist der Hauptcharakter Detective VicMackey in seinem Job zwar höchst effektiv, hält sich aber selten an Regeln, misshandeltVerdächtige, besticht Zeugen und finanziert sich und sein Strike Team aus unterschlagenen Drogen, die den Weg in die Asservatenkammernicht fanden . Trotz allem entwickelt der Zuschauer eine gewisse Sympathie für diese Person, vielleicht gerade weil auch dessen Schattenseite gezeigt wird.
Gastschauspieler wie zum Beispiel Glenn Close, Forest Whittaker oder Franka Potente spielen über mehrere Episoden mit und setzten der Serie damit das bekannte "i-Tüpfelchen" auf.
Die Serie deutet teilweiße recht brutale Szenen an, doch es wird nie über ein bestimmtes Limit gegangen. Auch die Sprache ist recht vulgär, weshalb einige Episoden keine Jugendfreigabe in Deutschland bekommen haben.
Leute, die 24, Sopranos oder The Wire mögen, werden The Shield lieben. Allen anderen sei gesagt, dass diese Serie ein enorm hohes Suchtpotential hat und spätestens nach 3 Episoden erwischt es jeden. Staffel 1 bis 5 sind bei Amazon in deutscher Synchronisation verfügbar.
Fazit: Wer vom Schema F der Serien CSI, Criminal Intend, Law & Order und wie sie auch alle heißen mittlerweile gelangweilt ist, dem sei The Shield sehr ans Herz gelegt.
The Shield
USA
seit 2002
7 Staffeln, 89 Folgen, 10-15 Folgen pro Staffel, je ca. 41 Minuten
Creator: Shawn Ryan

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